Fußgängerzone in Milspe

Im September 2008 wurde die Fußgängerzone Milspe mit hohen Erwartungen eingeweiht – dies nach jahrzehntelangen Diskussionen und hohen Investitionen. Die hohe Kaufkraft unserer Bürger sollte nicht weiter abwandern.

Aber: Unsere Fußgängerzone funktioniert nicht. Sie lebt nicht. Darüber stimmen unsere Bürger täglich mit den Füßen ab.
Stadtverwaltung und Rat sind rat- und hilflos. „Wenn Du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis“ – und / oder man kauft Beratung von außen. So wird Zeit gewonnen, und man zeigt Aktion. Dabei ist ein funktionierendes Stadtzentrum so wichtig für Bürger und Unternehmen („weicher Standortfaktor“).

Warum funktioniert die Fuzo nicht?

Weil trotz gut gemeinter Teilplanungen ein langfristiger und ganzheitlicher Masterplan fehlt, der alle Aspekte einbezieht, wie zum Beispiel Einzelhandel, Verkehr (u.a. Busbahnhof), Kultur und Umfeld. Die bisherige kurzfristige Politik führte zu gravierenden Fehlsteuerungen.
Stadt und Politik entschieden sich für eine „Knochenlösung“ – hier Heilenbecke-Center und da Aldi und Penny – mit der Folge, dass die Kaufkraft vom Zentrum abgesogen wird. Diese „Trockenlegung“ der Fuzo ist „wahrlich gelungen“!
Die Frequenzbringer, zum Beispiel „Rewe“, sind weg. Der Bürger sieht keinen Grund mehr, ins Zentrum zu gehen. Es zeigt sich: Der Handel kann ohne die Stadt leben. Städte ohne Handel sind jedoch öde.

Nun müssen neue „Frequenzbringer“ für die Fuzo her. So wurde „Berlet“ zum Rettungsanker der Verwaltung. Die Stadt investiert dafür Millionen, verbaut eine Kernfläche für das Haus Ennepetal und die Kluterthöhle, das Wahrzeichen der Stadt. Schon bei der Revitalisierung des ehemaligen Garthe-Wolff-Geländes stimmte die FDP gegen das Heilenbecke-Center, jetzt bei „Berlet“ ist die FDP wiederum der einzige Warner. Berlet bringt Frequenz für den Autoverkehr, aber voraussichtlich nicht für die Fuzo. Das schwant der Verwaltung offensichtlich jetzt auch, denn sie startete für viel Geld eine neue Aktion, den „Innenstadtdialog Milspe“, der die Erkenntnis bringen sollte, die Fußgängerzone wieder bis zum Kinderspielplatz (!) befahrbar zu machen – und das wiederum für viel Geld, zur Zeit geschätzt 400.000 Euro. Der Rest der Arbeitskreis-Erkenntnisse ist bekannt. Wenn wir nur einen Bruchteil der Gelder externer Planungen und von Berlet in die Attraktivierung der Fuzo gesteckt hätten, wären wir heute schon ein Stück weiter.

Was ist zu tun?

Einsatz eines effektiven, kommunikationsstarken Stadtmarketings, das ein gemeinsames Handeln aller Akteure ermöglicht im Sinne der „wiederentdeckten“ Erkenntnisse des Innenstadtdialogs hinsichtlich Stadtbild, Angebote der Innenstadt, Veranstaltungen und Werbung.
Ziel ist eine multifunktionale Belebung der Fuzo mit Kommunikation, Kultur, Kunst und Kommerz, eine attraktive Verweilzone mit Gastronomie. Dann besteht auch die Chance, den Einzelhandel wieder zu binden und zurückzuholen und dadurch wiederum Investitionen von Handel und Hausbesitzern anzustoßen.
Die Fuzo ist zur Zeit „tot“, aber für die FDP noch nicht gestorben. Nicht Resignation ist angesagt, sondern die Annahme der Herausforderungen. Nur intelligente Lösungen mit vergleichsweise wenig Geld und starker Umsetzungskraft können uns schnell weiterbringen.