Ehrenamt

Das Ehrenamt in Ennepetal war Thema einer gut besuchten Veranstaltung der FDP-Ennepetal am 10.03.2014 im Restaurant „La Grotta“ im Haus Ennepetal.

Dieter Siekermann (links), Frau Sabine Hofmann, Ehrenamtsbeauftragte der Stadt Ennepetal (rechts)

Im Mittelpunkt standen u.a. folgende Fragen: Welches bürgerschaftliche Engagement gibt es in Ennepetal? Auf welche Probleme trifft es? Wie kann es gefördert werden? Brauchen wir dazu einen Ehrenamtsbeauftragten?

Da solche Fragen ohne Beteiligung der Vereine nicht sinnvoll erörtert werden können, waren Vertreter von Vereinen eingeladen worden: Der Ortsvorsitzende Dieter Siekermann begrüßte Frau Adam und Herrn Juchert von der Kulturgemeinde, dem mit 1700 Mitgliedern größten Verein in Ennepetal, Frau Backhoff und Frau Spruth vom Kinderschutzbund Ennepetal sowie Frau Hofmann, u.a. Ehrenamtsbeauftragte der Stadt Ennepetal und zusätzlich als Gast Herrn Kartenberg, den Leiter der Feuerwehr in Ennepetal.

Einleitend gab Herr Siekermann einen allgemeinen Überblick über Entwicklung, Bedeutung und Formen des Ehrenamtes in Deutschland. Beim bürgerschaftlichen Engagement baut die FDP auf den mündigen Bürger und seine Bereitschaft, Verantwortung nicht nur für sich, sondern auch für seine Mitbürger zu übernehmen und sich dafür allein oder gemeinsam mit anderen einzusetzen. Bürgerschaftliches Engagement entstand und entsteht dabei aus der Tatkraft seiner Bürger und nicht in Erwartung eines allmächtigen Staates. Ein gutes Miteinander und Füreinander macht unsere Stadt erst stark und lebenswert. Das Ehrenamt ist ein wichtiger Impulsgeber für Stadt und Gesellschaft.

Über das Ehrenamt in Ennepetal sprach anschließend die Ehrenamtsbeauftragte der Stadt Ennepetal. Ennepetal kennt eine Vielzahl von Vereinen. Selbst Frau Hofmann konnte nicht sagen, wie viele Vereine es in Ennepetal gibt. Sicher ist aber, dass die Bereitschaft zum Ehrenamt in Ennepetal sehr ausgeprägt ist. Als Zeichen der öffentlichen Anerkennung wurde die „Ehrenamtskarte“ eingeführt, mit der inzwischen Mitglieder aus über 70 Vereinen ausgezeichnet wurden. Ziel ist, das Ehrenamt in seinen vielfältigen Ausprägungen in der Öffentlichkeit noch bekannter und transparenter zu machen. Engagements-Angebot und -nachfrage soll im Sinne einer Ehrenamtsbörse zusammengebracht werden.

Siekermann ließ nicht unerwähnt, dass die FDP einer ursprünglich geplanten Volltagsstelle des Ehrenamtsbeauftragten skeptisch gegenüberstand. Denn, warum soll sich die Stadt da einmischen, wo alles von selbst gut läuft. Vielmehr sollten im Gegenwert der Stelle die Vereine finanziell unterstützt werden. Die derzeitige ¼-Stelle für die Ehrenamtsbeauftragte erscheint akzeptabel, da sie nunmehr Synergieeffekte zur Gleichstellungs- und Seniorenbeauftragten ermöglicht. Die Vernetzung des bürgerschaftlichen Engagements lokal und überregional ist sicherlich sinnvoll. Überdies kann ein Ehrenamtslotse die Rahmenbedingungen der Vereinsarbeit verbessern.

Positiv überrascht waren die Zuhörer, dass die geladenen Vereine grundsätzlich wenige Probleme mit der Rekrutierung von Ehrenamtlichen haben – allerdings im Gegensatz zur Feuerwehr, wie Herr Kartenberg zu berichten wusste. Die sachliche Unterstützung durch die Stadt wurde positiv gesehen. Auch finanzielle Probleme sind offensichtlich dank der Spenden- und Einsatzbereitschaft der Bürger nicht das Hauptproblem. Die Gestaltung der Teamarbeit wird allerdings immer anspruchsvoller, da die Freiwilligen genaue Vorstellungen z.B. hinsichtlich ihres zeitlichen Einsatzes haben. Entscheidend ist, eine dauerhafte Begeisterung der Teammitglieder zu erhalten durch die gemeinsame Aufgabe, den Teamgeist und ansprechende soziale Kontakte.

Abschließende Frage: Wie kann ehrenamtliche Arbeit gefördert werden? Die gesellschaftliche Anerkennung der Arbeit der Ehrenamtlichen ist sehr wichtig. Unterstützende Hilfe sollte die Stadt bieten, z.B. durch Zurverfügungstellung von Räumlichkeiten oder die Einbeziehung in Rahmenverträge, z.B. der GEMA. Die steuerlichen, versicherungsrechtlichen und bürokratischen Rahmenbedingungen sollten verbessert werden.

Siekermann dankte den Teilnehmern für die rege Diskussion und sprach allen ehrenamtlich tätigen Bürgern der Stadt seinen großen Dank aus, da sie durch ihre vielfältigen Aktivitäten ein attraktives und lebenswertes Gemeinwesen schaffen.